WASSER - Theaterprojekt der Deutsch-Arabischen Schule IBN KHALDUN im Theater im Palais
- leitungsteamarabis
- 12. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Alle Mitwirkenden, Unterstützer und Helfer unseres WASSER-Projektes vom 18. Dezember 2025 im Theater im Palais, Berlin
Am 18. Dezember 2025 fand unser Theaterprojekt WASSER in den Räumlichkeiten des Theaters im Palais statt. Dieses dokumentarische Theaterprojekt nach einer Idee von Prof. Dr. Huthifa Al-Mashhadani und Stefanie Dietrich, basiert auf Interviews, die wir mit verschiedenen Akteur*innen der arabisch/kurdischen und jüdischen Communities geführt haben. Ziel des Abends war es, sich in aller Behutsamkeit dem Nahen Osten der Vergangenheit, der Gegenwart und einer möglichen Zukunft zu widmen. Wir sind überwältigt von der Anteilnahme des Publikums und den sehr emotionalen Rückmeldungen, von denen wir hier einige zitieren möchten:
"Es war wirklich ein sehr beeindruckender Abend. Alles hat gepasst! Die Lebensgeschichten zu hören war sehr berührend und hat mich persönlich motiviert, weiter zu machen, nicht zu resignieren, damit die Katastrophen ein Ende finden, unter denen so viele leiden.
Die Musik sorgte zwischendurch für Entspannung nach den sehr nahegehenden Lesungen,
alles floss, auch manche Träne, und am Ende war die Stimmung so gelöst, alle feierten das Leben - und das WASSER. Toll hinbekommen!"
"Es war so ein toller Abend. Ich habe so viel über die verschiedenen Perspektiven gelernt"
"Bei "Wasser" liefen mir sehr oft die Tränen."
Hier ein paar Impressionen dieses Abends:
Wir danken alle Mitwirkenden und dem gesamten Schulteam, unserem Sicherheitsteam und den Vertretern der arabischen/kurdischen und jüdischen Gemeinde für ihr Engagement, Empathie und ihre Begeisterung.
Dieser Theaterabend wurde ermöglicht durch den AKTIONSFONDS ANTISEMITISMUS der SenKultGZ

Hier finden Sie den sehr gelungen Artikel von Miriam Schaptke, der als Ankündigung des Stücks in der Morgenpost erschienen ist, das Foto zeigt Armin Waedi und ist von Florian Boillot
Gegen den Hass
Arabisch-israelisches Theaterprojekt in Neukölln: „Haben überlegt abzusagen“
Neukölln. Anhand von Einzelschicksalen nähert sich das Stück „Wasser“ dem Nahostkonflikt. Was es besonders macht – und warum es nur einmal zur Aufführung kommt.
„Es eint und trennt, verflüssigt und verbindet. Und es neutralisiert“, sagt Regisseurin Stefanie Dietrich über „ماء WASSER מַיִם“. So auch der schlichte Name des Theaterstücks der Deutsch-Arabischen Schule IBN KHALDUN. Es wird am Donnerstag, 18. Dezember, im Theater im Palais aufgeführt – einmalig.
Das dokumentarische Theaterprojekt ist ein Versuch, sich der konfliktreichen Geschichte und Gegenwart des Nahen Ostens anzunähern. „Es ist wahnsinnig schwer, überhaupt über diesen Konflikt zu sprechen“, sagt ihr Co-Regisseur Fabian Gerhardt. „Wir haben einen Zugang über poetische Sprache gewählt, versuchen uns dem Thema anhand von Menschlichkeit, von Einzelschicksalen zu nähern.“

Es sind die letzten Proben vor der Aufführung. Begleitet vom Keyboard singt Dietrich „Cry me a River“. Der Song untermalt die Geschichte des Irakers Hudhaifa Al-Mashhadani, gespielt von Armin Waedi. „Wir sind die Kinder des Tigris“, beginnt Waedi und erzählt dann die bewegende Geschichte Al-Mashhadanis, dem Rektor der Sprachschule.
„Wasser“: Biografien von verschiedenen Seiten des Nahen Ostens werden gezeigt
Al-Mashhadanis Geschichte ist eine von drei Geschichten, die im Rahmen des Theaterprojekts aufgeführt werden. „Wir zeigen in dem Stück Biografien von verschiedenen Seiten des Nahen Ostens“, so Dietrich. „Diese Biografien sind so ähnlich im Erlebten und doch so anders.“
Sowohl Dietrich als auch Gerhardt bringen Erfahrung im dokumentarischen Theater mit. Für das Stück führten sie Interviews mit Menschen aus der jüdischen und aus der arabischen Community. Die Schicksale der Menschen werden von professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern auf die Bühne gebracht.
Dabei orientiert sich das Theaterprojekt in seiner Umsetzung am immersiven Theater: Das Publikum wird in drei Gruppen aufgeteilt, durch verschiedene Räume des Palais am Festungsgraben geführt. „So begegnet man den Personen und ihrer Geschichte in einem sehr intimen, kleinen Rahmen; taucht in ihre jeweilige Welt ein, bevor man in den nächsten Raum, zu dem nächsten Schicksal weiterzieht“, erklärt Dietrich.
Theaterprojekt: Für Friede und Dialog zwischen arabischer und israelischer Community
Das „Wasser“-Theaterprojekt hat seinen Ursprung in der Begegnungsarbeit der Deutsch-Arabischen Schule mit der jüdischen Community. Dietrich berichtet von Liedertreffen, dem Austausch über Kulinarik und Poesie und Traditionen mit der jüdischen Partnergruppe Hillel Neukölln. Das Theaterprojekt sei eine logische Weiterführung dieser Begegnungsarbeit. Seit den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 setzt sich die säkulare Sprachschule intensiv für Frieden und Dialog ein, so Dietrich, die sich ehrenamtlich für die Schule engagiert.
„Ich bin Mutter eines deutsch-arabischen Sohnes, er heißt Karim. Als der 7. Oktober passierte, diese unfassbare Gewalt der Hamas gegenüber den Israelis, war mir klar, dass man sich deutlich positionieren muss, damit mein Sohn in der Zukunft nicht ständig seinen arabischen Namen rechtfertigen muss“, fügt sie hinzu. „Deswegen ist mir diese Dialogarbeit so wichtig.“
Anschlag auf Schulleiter, Schule steht unter Polizeischutz
Doch die Begegnung ist in den vergangenen zwei Jahren immer schwieriger geworden, die Stimmung zunehmend aufgeheizt. Die Neuköllner Sprachschule wurde zum Hassobjekt religiöser Fanatiker und Islamisten. Steine flogen in die Klassenzimmer, die Wände wurden mit Parolen und Hamas-Symbolen beschmiert. Die Schule steht unter Polizeischutz.
Im vergangenen November dann wurde ein Anschlag auf Schulleiter Al-Mashhadani verübt. Seinen Angaben zufolge hat ihn eine unbekannte Person „gezielt und mit erheblicher Kraft von hinten“ auf dem Bahnsteig der U7 am Rathaus Neukölln gestoßen – just in dem Moment, als die U-Bahn in den Bahnhof einfuhr. Die Berliner Morgenpost berichtete.
Theateraufführung: „Ziemliches Sicherheitsrisiko“
„Wir haben mehr als einmal überlegt, die Aufführung abzusagen“, so Dietrich. Auch der Theaterabend kann nur mit Polizeischutz stattfinden. „So ein Stück in Berlin in solch stürmischen Zeiten aufzuführen, ist ein ziemliches Sicherheitsrisiko.“ Trotzdem bereue sie weder das Projekt noch, dass es zur Aufführung kommt, betont Dietrich.
In dem Stück arbeiten Israelis mit Iranern und Irakern zusammen, „und es funktioniert. Allein das ist es wert, gezeigt zu werden.“ Und Gerhardt fügt hinzu: „Empathie ist das Erste, was bei Krieg auf der Strecke bleibt. Es wird vergessen, dass es auf beiden Seiten unendlich viele traurige Einzelschicksale gibt, wie Menschen leiden. Wir wollen diese Empathie wachrufen.“










Kommentare